Pflanzen essen ist schwierig bis ungesund?

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Immer wieder treffe ich auf Menschen, die meinen, es sei grundsätzlich schwierig, sich vegan zu ernähren. Oder sogar ungesund. Oder teuer. Oder „irgendwie extrem“ .. Nun, ich kann euch sagen, es ist weder das eine noch das andere und schon gar nicht finde ich es extrem.

Was heutzutage in einer Welt von Fertiggerichten, Fastfood und Massenproduktionen möglicherweise schwierig für manchen sein mag, ist es, sich gesund zu ernähren, unabhängig davon, ob man Fleisch und Joghurt konsumiert oder nicht. Gesunde Ernährung setzt entweder voraus, dass man einen eigenen Garten hat mit allem, was es in unseren Breiten so gibt und Getreide und Hülsenfrüchte zukauft (falls man nicht auch noch eigene Felder hat), oder dass man sich über gesunde Ernährung ein bisschen informiert hat und, auch in Rücksprache mit dem eigenen Körper, weiß, was gut für einen ist – und was nicht.

Auch wer zusätzlich zu Pflanzen Fleisch, Fisch und Tiermilch in Maßen zu sich nimmt, kann durchaus gesund alt werden. Der Körper zieht sich dann brav seine Nährstoffe aus dem Tier und der Milch, so gut er kann – auch wenn sie in direkter Form aus Pflanzen viel einfacher verfügbar wären und nicht so viel Abfall verursachen würden, der dann wieder unter großem Energieaufwand entsorgt werden muss. Ebenso kann man recht gesund alt werden, wenn man ab zu einen Schnaps trinkt oder Zuckerzeug isst, in Ausnahmefällen mal Fertigprodukte benutzt oder eine Zigarre raucht. In all diesen Fällen braucht man jedoch zusätzlich Nährstoffe, um diese Gifte dann auch wieder loszuwerden. Ein gesunder Körper steckt solche Angriffe auf das Immunsystem gut weg. Bleiben es jedoch keine Ausnahmen, so wird man höchstwahrscheinlich nicht gesund alt werden.

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Und genau das ist das Tückische an regelmäßigen ungesunden Gewohnheiten: wenn der Körper erstmal dran gewöhnt ist, arrangiert er sich und versucht, auch daraus das Beste zu machen und nach außen hin ein Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, bis er eben irgendwann nicht mehr kann. Bis dahin hat er wahrscheinlich immer mal ein Veto eingelegt, welches entweder überhört oder vonProdukten der Pharmaindustrie übertönt wurde. Unser fleißiges System versucht jedoch weiterhin sein Bestes, uns so lange wie möglich am Leben zu erhalten – mit dem, was es zur Verfügung hat – während es gleichzeitig oft auch noch durch Medikamente und sogenannte Lebensmittel geschwächt wird.

Viele Menschen halten das für den normalen Lauf der Dinge: es geht meist Jahrzehnte irgendwie gut, bestimmte Zipperlein nimmt man hin, man hat halt so seine Problemzonen; der eine hats mit Herz und Kreislauf, der nächste in den Gelenken, man nimmt was dagegen ein, sagt: ja, wir werden halt alle nicht jünger – und füttert weiter die als Alterserscheinung getarnte Zivilisationskrankheit an. Auch als Veganer kann man das tun, es ist jedoch ein bisschen schwieriger. In diesem Fall ist auch vegan ungesund.

Wer nur paniertes Seitanschnitzel, Sojajoghurt und Erbsen aus der Dose konsumiert und zum Nachtisch ein süßes Hefeteil auf Margarinebasis, wer versucht, jedes Wehwechen mit Schmerztablette oder Säureblockern zu kurieren, der wird weder gesund alt werden noch sich – was ich zunächst mal viel störender fände – in der Gegenwart so richtig wohl fühlen. Allerdings ist der sich von Fast-Food ernährende Veganer dennoch im Vorteil gegenüber demjenigen, der sich von abgepackten Fleischgerichten, Schmelzkäse und Kuhmilchfertigpudding ernährt und sonntags zur Feier des Tages mit den Kindern bei McDonalds isst. Denn zumindest fällt beim Veganer tierisches Eiweiß und Fett aus der Liste der ungesunden Dinge weg.

Ernährt sich aber ein Veganer obendrein auch noch gesund, also von frischem Obst und Gemüse plus Vollkorngetreide plus Hülsenfrüchten und als „Sahnehäubchen“ sozusagen Nüsse, Saaten und auch mal ein Stück Schokolade, dann ist er schon ganz schön auf der sicheren Seite, was den Ernährungsaspekt von Krankheit angeht. Wenn die Ernährung dann auch noch Bestandteil einer ganzheitlich gesunden Lebensweise ist, die aus typgerechter Bewegung und Entspannung, genügend Schlaf, frischer Luft, Vertrauen und reichlich gutem Wasser besteht, dann sollte man sich schonmal auf ein schönes und wahrscheinlich auch auf ein langes Leben gefasst machen 🙂

Vegan zu essen ist ganz leicht, kann sehr gesund und gleichzeitig (!) günstig sein, denn entgegen anderslautender Gerüchte sind für eine gesunde Ernährung weder Hochleistungsmixer, Dörrgerät noch Chiasamen, Matchatee oder Sojaprodukte zwingend notwendig. Das ein oder andere kann eine schöne Ergänzung sein, jedoch muss keiner warten, bis er sich das ein oder andere leisten kann.

Warum nun jedoch manch einer das Essen von Hülsenfrüchten und Vollkornreis extremer findet als das Leid, welches für alle Lebewesen durch den Genuss tierischer Produkte entsteht, habe ich noch nicht herausgefunden.

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6 Gedanken zu “Pflanzen essen ist schwierig bis ungesund?

  1. Genialer Post!
    Besonders der Aspekt, tägliche Probleme zu ignorieren oder gar mit Pharmaprodukten zu hemmen, hast Du gut auf den Punkt gebracht.

    „Witzig“ finde ich immer, dass so viele Leute, mit denen ich über dieses Thema (Ernährung und Gesundheit) rede, meinen sie seien kern gesund… Ausser dieses und jenes, aber im grossen und ganzen ist ja alles gut. Natürlich wenn man sich seit seiner Kindheit nur ein Level von 50% gewohnt ist, empfindet man diese 50% für einen persönlich als 100%. Erst wenn man mal wirklich sich gesund ernährt, Sport treibt und in Wirklichkeit näher an die „wahren“ 100% kommt, merkt man in was für einem Misstand man eigentlich die ganze Zeit gelebt hat.

    Hoffe Du verstehst was ich meine. 😊

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    • vielen Dank 🙂 – und ja, verstehe gut was du meinst, vielen entgeht leider, dass es nicht normal sein muss, sich nie richtig gesund zu fühlen bzw. dass noch eine erhebliche Steigerung möglich ist zu dem, was sie als „sich fit fühlen“ kennen. Oder fühlen sich in jüngeren Jahren tatsächlich fit (trotz des tierischen Eiweißes), weil der Körper noch relativ gut damit zurecht kommt und denken dann, sie fühlen sich WEGEN dieser Nahrung fit – während später auftretende Beschwerden eben nicht der jahrzehntelangen (Fehl)Ernährung zugeschrieben werden (nee, daran kann es nicht liegen, das hab ich ja früher auch vertragen..). Aber letzten Endes muss da eben jeder seinen eigenen Weg finden, genauso wie wir wahrscheinlich auch – und es hört ja nicht auf, zum Glück, dass man immer wieder Neues entdeckt, was dem Körper guttut 🙂

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    • Das stimmt. Es wird spannend wie es in einigen Jahren aussehen wird. Zur Zeit besteht ja der Trend zum Veganen sehr und zu einem gesünderen Lebensstil.

      Was ich aber denke ist, dass es wichtig ist das man die Menschen in seinem Umfeld positiv auf den veganen Lebenstil einstellt. Damit diese offen(er) dieser Veränderung gesinnt sind und es (so hoffe ich es doch) zumindest auch ein wenig versuchen werden.

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  2. ja richtig – wichtig ist es dennoch, bei sich zu bleiben und nur zu beraten, wenn jemand auch offen dafür ist – sonst erreicht man schnell genau das Gegenteil und Menschen verschließen sich der neuen Idee gänzlich. Das kennt man ja von sich selbst 😉 Das beste ist meiner Erfahrung nach eigentlich immer ein entspanntes Vorbild abzugeben und offen dafür zu sein, wenn jemand mehr erfahren möchte 🙂

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