Erkältungszeit und Aufbruchstimmung

Diesen Januar hatte ich lieben Familienbesuch aus Arizona und ich habe Erkältungen studiert. An mir und an anderen. Deshalb habe ich in diesem Monat rein gar nichts geschrieben – bis heute. Das Studium des Schnupfens war eigentlich eine Wiederholung, ich hatte auch früher schon immer mal wieder welchen beobachtet..

psx_20160131_071017.jpgVor über 30 Jahren begann ich der Frage nachzugehen, warum der eine einen Schnupfen bekommt und der andere nicht, obwohl sich beide unter gleichen Bedingungen aufhalten und somit mit dem Virus in Kontakt treten. Die Antwort kennen wir inzwischen wohl alle: es ist irgendwie das Immunsystem – und: irgendwas will der Körper uns sagen, irgendwas Gutes. Ja, das ist immer wieder schwer zu glauben, während einem die Schleimhäute zuschwellen, die Augen brennen, die Nase immer unansehnlicher aussieht, der Kopf dröhnt. Doch es ist wahr – jedenfalls für mich. Seit dreißig Jahren weiß irgendetwas in mir, wovon ich gerade die Nase voll habe, auch wenn ich es nichtmal in Worte fassen kann oder will, ob nun akute oder chronische Situationen.

Und seit dreißig Jahren fühle ich mich nach einer überstandenen Erkältung besser als vorher, wenn ich einige Dinge berücksichtige:

1. hör auf deinen Körper und gib seinen Wünschen nach – manchmal mag man lieber drinnen bleiben und Soaps gucken und manchmal mag man sich an frischer Luft bewegen, manchmal hat man eher Appetit auf was Frisches und manchmal mehr auf was Salziges, dem Menschen könnte Zink fehlen oder Vitamin C oder ein liebes Wort, manchmal mag man einfach keinen mehr sehen und dann tut es wieder gut, wenn einen jemand betüddelt: kurz: es gibt so viele verschiedene Schnupfen-Arten wie es, ja, eben wie es Schnupfen gibt und es hilft nicht jedes Mal das selbe.

2. nimm keine Medikamente (Erkältungen dienen der Reinigung, Fieber auch) und ernähre dich gesund – schon meine Oma erklärte mir als Kind, dass Fieber die Polizei im Körper sei (eine nette und umsichtige Polizei natürlich..) und die Erkältung verjagt. Natürlich bedeutet Fieber auch immer, dass der Körper nun sehr viel Energie braucht, um gesund zu werden, doch genau das ist eben auch sein einziges Ziel – und da wir ja dasselbe wollen, helfen wir ihm doch einfach durch viel Trinken, durch Ruhe, durch wenig (!) aber wenn dann vitaminreiches, frisches, leichtes Essen (damit die Energie nicht für die Verdauung verschwendet wird, denn da wir bei Fieber definitiv ruhig im Bett bleiben sollten und sicher auch wollen, brauchen wir auch weniger Kalorien). Grundsätzlich bin ich mit dem Bewusstsein aufgewachsen, dass Fieber als Reaktion auf einen Infekt ein gutes Zeichen dafür ist, dass die Abwehr funktioniert und man hier im Normalfall nicht eingreifen muss, außer es steigt über 39 oder bleibt länger als zwei/drei Tage. Das wäre dann ein Zeichen, dass der Körper hier nicht nur einen kleinen Infekt abwehrt und ärztlicher Rat sollte nun, falls noch nicht erfolgt, eingeholt werden.

Fiebersenkende Mittel (außer Omis Wadenwickel) bekam ich als Kind nie, Antibiotika auch nicht, danke an Mutti, danke an Omi – wenn ich krank war, ging es nicht um die Frage, wie ich schnell wieder für die Schule hergestellt wurde, sondern darum, mich zu schonen in jeder Hinsicht, bis mein Körper den Gesundungsprozess beendet hatte. Und meine Sonderwünsche zu erfüllen, also: vorlesen (oder später dann den ganzen Tag lesen dürfen), Kopf kraulen, Füße massieren – und nach überstandenem Tiefpunkt Leibgerichte kochen – manchmal braucht frau auch einfach nur das mal:)

3. unterstütze den Körper mit natürlichen Mitteln: aufgrund dieser Medikamentenabstinenz entwickelte ich natürlich schon sehr früh Strategien, wie ich ohne Nasentropfen meine Schleimhäute zum Abschwellen bringen konnte: nicht ständig Nase putzen, aber diese von innen ständig feucht halten, und sei es auch nur mit Wasser, das dient übrigens auch der Prävention, denn Viren haben es leichter, durch trockene Schleimhäute ins Innere zu klettern – (inzwischen hat ja auch die Industrie diese einfachen Mittelchen erkannt und verkauft eifrig Wasser mit Salz als Meerwasserspray), auch Bewegung hilft bei verstopfter Nase, ebenso das Warmhalten des Nackens und das Einreiben mit Salben, die ätherische Öle enthalten – diese auch am besten noch ins Wasserschälchen auf der Heizung geträufelt (Heizungsluft aber generell lieber reduzieren und warm einkuscheln), bei akuten entzündlichen Prozessen im Hals kann es manchmal sinnvoll sein, kaltes Wasser zu trinken statt heißem Tee und auch hier gilt natürlich: Schleimhäute feucht halten, also Bonbons lutschen, mit Teebaumöl gurgeln etc.– und das Wichtigste wie immer im Leben, ob nun kalt oder warm: gaaaaanz viel trinken, damit der Schleim flüssig bleibt oder wird und – egal ob hustend oder niesend oder aus der Nase laufend – alles hinaustransportieren kann, was der Körper rausschmeißen will.. und immer auf warme Füße achten, denn auch schon die Omi lehrte: Kopf kalt, Füße warm, macht den Onkel Doktor arm.

4. die Frage in den Raum stellen (ohne sie nun zwanghaft beantworten zu müssen): wovon habe ich die Nase voll? Das können ganz akute kurzfristige (oft auch rein gedankliche) Stresssituationen sein, auf die der Körper mal eben schnell reagiert, vielleicht braucht der Mensch auch einfach nur mal die Erinnerung an eine nötige Pause. Und dann ist eben auch alles wieder gut, und wir haben nach einer kleinen Unachtsamkeit gegenüber unseren Bedürfnissen, also sehr wahrscheinlich nach einer Vernachlässigung eines oder mehrerer Punkte aus meinem letzten Artikel (ihr erinnert euch an die Die zehn Geheimnisse der Gesundheit 😉 ), die es einem Virus erlaubte, auf fruchtbaren Boden zu fallen, einfach mal unsere Abwehr trainiert und wieder neu aufgestellt. Das ist auf jeden Fall eine gesündere Reaktion als sich nicht zu wehren.

 

Denn auch das kommt vor: der Körper ist eigentlich krank, aber er wehrt sich gar nicht (mehr) mithilfe einer Erkältung oder Fieber. Manchmal denken Menschen dann, sie wären gesund, weil sie nie eine Erkältung bekommen, dabei hat der Körper einfach irgendwann resigniert – manchmal scheint das dann der Fall zu sein, wenn in der Vergangenheit ständig alle seine Hilferufe mit Antibiotika und Fiebersenkern erstickt wurden. Oder wenn der Mensch so ungesund lebt, dass die Abwehr einfach nicht mehr aufmuckt. Den Unterschied zwischen echter Vitalität und schwacher Abwehr merkt man jedoch, wenn man aufmerksam ist, denn trotz „fehlender Krankheit“ fühlt man sich im letzteren Fall auch nie so richtig wohl. Schon unsere Ausbilderin während der Fitness- und Wellnesstrainer-Ausbildung (eine Biologin und Heilpraktikerin) erzählte uns, dass viele der schwerkranken Menschen, die nur deshalb zu ihr in die Praxis gefunden hatten, weil die Schulmedizin am Ende ihrer Weisheit war, angesichts der Tatsache völlig erstaunt über ihren eigenen Zustand waren, weil sie ja „früher eigentlich nie krank waren“. Doch es kann eben durchaus sinnvoll sein, wenn der Körper zwischendurch mittels Fieber einfach mal aufräumt.

Es kann auch sein, dass eine Erkältung einfach nicht so richtig verschwinden will oder ständig wieder aufflammt. In diesem Fall ist es sehr sinnvoll, nach der Akutphase und möglicherweise einer nun doch notwendig gewordenen medizinischen Behandlung zu überdenken, ob man nicht generell die Nase voll hat von einer Lebenssituation – und sich daran zu machen, die Dinge zu lösen, bevor die Alarmsignale des Körpers drastischer werden müssen, um uns aufzuwecken (wobei auch hier eine ausdauernde Versorgung mit Nährstoffen als Basis für alle weiteren Sinnsuchen und Genesungsprozesse sehr hilfreich ist).

Ich jedenfalls habe nun vier Tage einer für mich typischen Erkältung hinter mir: erster Tag Halsweh, zweiter Tag Schnupfen, dritter Tag Schnupfen, Husten und Fieber – und ab dem vierten Tag, also heute, geht’s wieder aufwärts – und ich weiß genau, wovon ich die Nase voll hatte und was ich verändern will und bin auch schon ordentlich am Vorbereiten. Aber das verrate ich (noch) nicht 😀

Und falls von euch jemand gerade niest und hustet: Gute Besserung!

 

 

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