Vegane Katze?

Eine Frage, die ich immer mal wieder zu hören bekomme – und die manchmal zu Diskussionen führt, sowohl mit Mischköstlern als auch mit Veganern: wie ernährst du deine Katze? Ich nehme es gleich mal vorweg: meine Katze mag lieber Fleisch als Ruccola. Also bekommt sie es auch. Wäre alles so, wie es sein sollte, müsste ich mir über solche Fragen keine Gedanken machen, denn dann würde meine Katze sich selber das besorgen, was sie möchte und braucht.

Sowohl Fleischesser als auch einige Veganer halten das für inkonsequent, weil für das Katzenfutter ja auch Nutztiere sterben. Fleischesser wollen damit „beweisen“, dass hundertprozentig vegan eben doch nicht geht (upps, das hatten wir Veganer ja noch gar nicht bemerkt). Und manche Veganer finden, dass ein Veganer seine Katze entweder vegan ernähren sollte oder, wenn das nicht geht, eben ohne Katze sein sollte. Zumal es in der Wohnung ja nichtmal artgerecht ginge. Dass die Katze, die man dann nicht aus dem Tierheim holt, vielleicht immer im Tierheim lebt und ihr Fleisch bloß von jemand anderem bekommt, scheint dabei nicht berücksichtigt zu werden.

Obwohl ich meine Katze ein Stück weit ihrer Freiheit beraube (das Tierheim empfahl damals, sie weder als Freigänger noch mit anderen Katzen zu halten, deshalb konnte sie bei mir einziehen), sehe ich sie als erwachsenes Lebewesen an und lasse sie ihre eigenen Entscheidungen treffen innerhalb der Möglichkeiten, die ich ihr so zahlreich anbiete, wie ich kann. Ich hatte Katzen als Mitbewohner, seit ich neun Jahre alt bin und jede Katze hatte ihre eigene Persönlichkeit mit ihren eigenen Ängsten, Vorlieben, Erfahrungen und Eigenarten. Manche waren Freigänger, andere nicht. Ich hatte eine Katze, die sich Kartoffelschalen aus dem Mülleimer geholt hat, Türen öffnete und gerne trockenes Brot aß – und eine andere, die gerne Haferbrei schlabberte, wenn sie Bauchweh hatte und beim Aufstöbern einer Kosmetiktasche nicht anders konnte, als draufzupinkeln. Ich hatte Katzen, die gerne mit anderen Katzen zusammen waren – und andere, die lieber allein wohnten mit uns Menschen – sicher auch, weil sie es gewohnt waren, doch gibt es hier tatsächlich genauso wie bei Menschen sehr unterschiedliche Naturelle.

Meinen jetzigen Katzenzuwachs habe ich vor acht Jahren aus dem Tierheim geholt, in dem sie vermutlich gelandet ist, weil sie ständig kotzt. Im Tierheim versteckte sie sich den ganzen Tag unter einer Decke, weil sie Angst vor den anderen Katzen hatte. Sie ist ein nervöser Typ und hatte offenbar mal eine Verletzung am Becken gehabt, weshalb sie nun etwas ungelenk ist und nicht mehr so feinmotorisch zwischen Porzellan herumlaufen kann, wie man es sonst von Katzen gewohnt ist. Wie sie die ersten Jahre ihres Lebens verbrachte, weiß ich nicht. Auf jeden Fall mochte sie bis vor einem Jahr nur Trockenfutter und den Geruch von Pizza. Um mehr in sie hineinzubekommen als unverdaut wieder rauskam, probierte ich damals alles, was mir einfiel: rohes Fleisch, frischen Fisch, Fisch aus der Dose, Milch, Joghurt, Ei, Gemüse, selbst gekochtes Fleisch, Kartoffelschalen – doch sie wollte nur Trockenfutter. Ich probierte alle Sorten, die es gibt, mit und ohne Getreide, mit und ohne Fisch, mit und ohne dies und jenes, auch veganes Futter – bis wir zwei bis drei hatten, die sie im Wechsel soweit vertrug, dass sie einen Großteil davon auch verwertete. Manchmal verlangt sie auch lautstark nach Tofu, Kartoffeln oder Haferkeksen, während sie Fleisch nicht anrührt – am nächsten Tag will sie wieder nur Fleisch.

Während dieser ständigen Versuch-und-Irrtum-Studien, die extreme Formen annehmen können, wenn man ein Tier nicht von klein auf begleitet (die aber auf beiden Seiten auch sichtbare Erleichterung nach sich ziehen können: habt ihr schonmal eine Katze ausatmen gehört, wenn ihre Menschin endlich begriffen hat, was sie die ganze Zeit wollte..?) habe ich immer den Eindruck, die Katze wisse selber recht gut, was ihr gerade bekommt. Ich versuche nicht, sie an irgendetwas zu gewöhnen, was sie offensichtlich ablehnt, denn sie ist trotz aller (meist vom Menschen gemachter) Bedürftigkeit ein erwachsenes Wesen mit Erfahrungen, die sie umsetzen und Launen, die sie ausleben möchte, mit Einfühlungsvermögen und auch dem Bedürfnis, zärtlich und aufmerksam zu anderen zu sein.

Sie hat aus ihren eigenen Gründen, die natürlich auch anatomischer Natur sind, ihre eigenen Vorlieben, die übrigens auch nicht immer dem entsprechen, was allgemein vom Menschen als „artgerecht“ festgelegt wurde. Auch Tiere passen sich an und fühlen sich dann vielleicht in Umgebungen und Umständen wohl, die man nicht als optimal bezeichnen würde. Wie Menschen auch. Hier wird dann gerne mal pauschalisiert, interessanterweise auch von manchen Veganern, die Tiere damit eben doch ein Stück weit auf instinktgesteuerte Lebewesen reduzieren, die nicht in der Lage sind, sich aufgrund äußerer Umstände zu verändern und zu entwickeln.

Katzen sind zwar meistens (aber nicht immer) weniger räumlich flexibel als Hunde, jedoch leiden auch sie teilweise sehr, wenn sie von ihren Menschen getrennt werden – vor allem natürlich, wenn die Beziehung eng ist. Objektiv gesehen ist es auch für Menschenkinder am gesündesten, auf dem Land und mit viel Bewegung an der frischen Luft aufzuwachsen. Dennoch gibt es viele Menschen, die in Wohnungen in der Großstadt aufwachsen und sich auch, wenn sie es später selber entscheiden können, am liebsten in der Großstadt aufhalten. Das ist vielleicht objektiv nicht optimal – doch würden diese Kinder wohl unglücklich sein, wenn sie aus Familie und Freundeskreis gerissen und zu fremden Menschen aufs Land gebracht werden, damit sie artgerechter leben können. Bei Tieren kann es ebenso sein. Auch Tiere haben Bindungen, die ihnen wichtiger sein können als die äußeren Umstände. Solange ein Tier nicht einem Zweck dient, sondern um seiner Selbst Willen umsorgt wird, sollte man sehr umsichtig sein mit Be- und Verurteilungen der individuellen Lebenssituation und nicht nach Theorien entscheiden.

Doch zurück zum Futter. Wenn ich (z. B. aus oben genannten Gründen) eine Katze in der Wohnung habe, dann müsste ich ihr, um sie „artgerecht zu halten“, Mäuse und kleine Vögel mit nachhause bringen, die sie sich dann selber fangen kann. Das fühlt sich für mich jedoch überhaupt nicht natürlich an, wahrscheinlich weil ich kein Raubtier bin. Ich persönlich habe noch keine Katze kennengelernt, die sich nur vegan ernährt. Dennoch finde ich die Begründung, dass Fertigfutter für Katzen sowieso unnatürlich ist und nur funktioniert, weil alle nötigen Nährstoffe zugesetzt sind, durchaus schlüssig und halte es deshalb nicht für ausgeschlossen, dass eine Katze ohne Fleisch leben kann. Wobei es andererseits in den Erfahrungsberichten mit veganem Futter, die ich gelesen habe, meist um Freigänger-Katzen ging, sodass diese Katzen wohl nicht rein vegan leben werden. Doch wie auch immer, meine Katze jedenfalls wollte es nicht. Und da sie es nicht selber kann, ist es an mir, ihr Fleisch zu besorgen. Das ist natürlich so bio und regional wie möglich und ohne Tierversuche, aber ganz kann ich das Tierleid momentan nicht umgehen.

Jetzt kann ein Fleischesser, der endlich mal ein gutes Argument wittert, natürlich sagen: Aha!! also kann man das Schlachten von Tieren ja doch nicht ganz aufgeben, selbst wenn die ganze Menschheit vegan wäre – denn was futtern dann Wohnungskatzen?!

Mal angenommen, er hätte wirklich recht und wir geben uns der absurden Phantasie hin, ausschließlich für unsere Haustiere Tiere schlachten zu müssen, weil der Rest der Welt nun vegan lebt: ist das dann ein Argument dafür, dass die Tierqual auch gleich bleiben könne, wie sie derzeit ist? Es geht ja dann um vergleichsweise wenige fleischfressende Pflegefälle, die tatsächlich nicht in der freien Natur überleben könnten. Und sollten wir tatsächlich in der hier vom Mischköstler phantasierten ansonsten komplett veganen Welt leben, dann glaubt doch keiner ernsthaft, dass wir nicht auch für carnivore Pflegefälle eine Lösung erforscht hätten: Fleisch aus Zellkulturen ist längst erfunden – und ein Katzenfutter aus Mäusezellkulturen käme ihren Ernährungsgewohnheiten möglicherweise näher als Rindfleisch.

Nun gibt es ja eine ganze Reihe dieser mehr oder weniger ermüdenden Entweder-ganz-oder-garnicht-Argumente. Es gibt Leute, die uns Veganern erklären, wir könnten genausogut weiter Fleisch essen, weil Insekten an unseren Windschutzscheiben sterben, weil (was furchtbar aber wohl durchaus vermeidbar ist) auch für die Ernte von Getreide Tiere unterm Mähdrescher sterben und weil selbst wir, bevor wir auf einer einsamen Insel verhungern, möglicherweise versuchen würden, ein Tier zu töten. Diese Einstellung (weil man nicht alle rettet, können ja auch alle sterben) ist zynisch. Mich erinnert sie immer ein wenig an die Befragungen, die derzeit Kriegsdienstverweigerer über sich ergehen lassen mussten und die die Bundeswehr wohl damals für sehr ausgeklügelt und intelligent hielt: „Stellen Sie sich vor, ihre Freundin wird bedroht/vergewaltigt/angegriffen und sie haben eine Waffe. Benutzen Sie sie dann, um ihr zu helfen? Ja?! Aber sie sagten doch, sie können und wollen keine Menschen töten?! Na dann können Sie ja auch in den Krieg ziehen.“ Dann können Sie ja auch ganz viele töten, wenn Sie den Tod des einen in Kauf nehmen. Durchgefallen, Marschbefehl. Sehr geistreich. Zum Glück wurde später der Zivildienst salonfähig, was sicher der praktischen Realität mehr entgegen kam als süffisante Fangfragen.

Unser gesellschaftliches Leben basiert auf Leid, das kann man nicht mit einem Klick abschalten, aber man kann es vermindern und nach und nach durch Neues ersetzen, was weniger oder gar kein Leid verursacht. Wäre Tierleid nicht eine Grundlage unseres Alltags, die immer in Kauf genommen wurde, dann hätten Forschungen und Entwicklungen in ganz andere Richtungen betrieben und finanziert werden können. Wären Tierversuche noch nie in Frage gekommen, hätte unsere Wissenschaft eben für Medikamente und Therapien von Anfang an andere Tests entwickelt (und wäre damit heute schon sehr viel weiter), unsere Schuhe wären aus anderem Material als Leder, unsere Bratlinge schon immer aus Linsen und Getreide und keiner würde sich darüber wundern.

Nun ist es wohl noch ein bisschen hin, bis das Mäusefleisch aus dem Labor für die Wohnungskatze auf den Markt kommt, und solange muss ich als Veganer eben mit diesem Dilemma leben. Und mit diesen Fragen.

Doch wer einfach nur fragt, weil ihn die Antwort interessiert und nicht, weil er sich selbst zu seiner eigenen Spitzfindigkeit gratulieren möchte, sei herzlich eingeladen, das auch weiterhin zu tun. Solche Fragen beantworte ich immer gerne, so gut ich kann 🙂

21 Gedanken zu “Vegane Katze?

    • Ach, nichts zu danken. Ich finde, wer versucht seiner Katze krampfhaft etwas einzuflößen, das sie gar nicht will, der sollte gar keine besitzen dürfen! Ich mag es ja auch nicht, wenn mir jemand seine Wurst-Stulle unterjubeln will. 😉
      An den Menschen die meinen, kein-Fleisch würde auch nichts bringen, fasziniert mich immer, dass sie oftmals überhaupt nicht verstehen, warum man kein Fleisch isst. Klar, es gibt moralische Gründe, die grauenhafte Produktionsbedingungen, die Umweltbelastung u.ä. – aber ich persönlich finde mittlerweile allein den Gedanken daran etwas zu essen, durch das mal Blut geflossen ist absurd und auch irgendwie ekelhaft. Da krieg ich direkt Kopfkino, so als würde mir jemand Schnecken anbieten. –
      Oh, je. Jetzt hör ich mich an wie eine echte Veganerin. 😕 😄
      Egal, ich stehe dazu und würde dir auf jeden Fall meine Katzen anvertrauen. ☝😊

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  1. Sehr geistreich geschrieben👍 Ich kenne diese unheimlich intelligenten Fragen bezüglich der Ernährung von Katze / Hund.. es nervt, aber mittlerweile breche ich das Gespräch ab, wenn ich merke, dass es wieder in diese Richtung abdriftet.
    Liebe Grüße Jacky

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  2. Danke, dass du dieses heiße Thema zu Wort bringst. Ich kenne das selbst, da ich ja auch als Veganer zwei Katzen habe, die Fleisch bekommen. Da lasse ich auch nicht mit mir verhandeln, vor allem, da ich mich VOR meiner Zeit als Veganer immer schon sehr für eine artgerechte Ernährung von Katzen eingesetzt habe.

    Klar, einerseits kann man sagen: Dann halte dir als Veganer keine Fleischfresser, das ist inkonsequent! Auf der anderen Seite steht aber, dass Katzen so oder so gefüttert werden – ob jetzt bei mir zu Hause oder von den Leuten im Tierheim, nur das ich selbst zumindest noch Einfluss auf die Qualität und Herkunft des Futters habe. Da führt so erst mal kein Weg dran vorbei und ein konsequentes, globaes Zwangsschlachten (und nicht mehr Nachzüchten!) aller karnivoren Haustiere auf einen Schlag wird sicherlich auch nicht passieren.

    WAS ich allerdings machen kann ist Aufklären. Vor allem private Vermehrer zu stoppen, die etliche Katzen in die Welt setzen und diese dann in den meisten Fällen entweder im Tierheim landen oder sich in freier Wildbahn weiter paaren und eine Flut an verwahrlosten Hauskatzen auslösen wäre der erste Schritt, um auch die Massen an Futtermitteln zu reduzieren. Auch und gerade Bauern, deren Katzen zwar in der Regel überwiegend selbst Mäuse jagen, aber eben auch überwiegend unkastriert durch die Landschaft vögeln, müssen dringend umdenken. Ich lese leider auch sehr oft von Menschen, die „die armen Kätzchen vom Bauern geholt haben, weil der diese sonst einfach ertränkt hätte“.

    Ich werde also auch zukünftig Tiere aus dem Tierheim aufnehmen und artgerecht füttern und mich weiterhin für eine Kastrationspflicht von Katzen einsetzen. Klar, ist ein Eingriff in die Natur, aber auch eine Regulierung eines von Menschen geschaffenen Problems.

    Langfristig und total utopisch gedacht wäre ein globales Ende der Haltung der von Menschen geschaffenen Haustiere wohl das Konsequenteste. So schön es ja auch ist so ein geliebtes, kuschliges Wesen Zuhause zu haben.

    Liebe Grüße, Sue

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    • Vielen Dank für deine weiterführenden Gedanken – und genau darum geht es ja auch immer wieder: wäre die Welt vegan (eine Utopie, die in solchen Fällen dann gerne auch von Fleischessern bemüht wird..), dann gäbe es ja eben keinerlei Züchtungen mehr, weder Kuscheltiere noch Tiere zum Essen würden „hergestellt“ werden und somit würde sich das Ganze wahrscheinlich so entwickeln, dass wir eben nur noch dann mit Tieren zusammen leben, wenn sie uns (vor allem in der Übergangszeit) brauchen – oder wenn sie es möchten, was ich mir durchaus vorstellen kann. Letzten Endes können wir aber auch nicht jede Entwicklung voraussagen, denn viele Wege entstehen ja beim Gehen, das eine entwickelt sich aus dem anderen, und es gibt sicher Möglichkeiten und auch neue Arten des Zusammenlebens, die wir uns heute vielleicht nicht mal vorstellen können.

      Und wie du auch schreibst: heute ist es sicher ein ganz wichtiger Schritt, Katzen zu kastrieren, um das Leid zu vermindern – auch wenn man sich dabei kopfschüttelnd fragt, warum gleichzeitig woanders weiterhin Haustiere gezüchtet werden dürfen.. LG Janine

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  3. Hallo, ich kaufe wenn ich kann Bio-Katzenfutter (z.B. beim dm) und hoffe ansonsten, dass der Darm der Katzen sich im Verlauf der nächsten Jahrzehnte auch an pflanzliche Proteine und Fette gut anpasst.

    Der Darm ist nämlich der Grund, warum Katzen (noch?) Fleisch essen sollten. Ihr Darm ist viel kürzer als unserer (oder der von Hunden) und kann Fleisch besser verwerten und Pflanzen schlechter.

    Vielleicht liegt es aber auch nur an der Aufbereitung des Futters (Bioverfügbarkeit des Eiweißes) oder daran, dass tierisches Futter eben noch so billig hergestellt werden kann, dass wir noch keine veganen Alternativen für Katzen haben.

    Von künstlichem Fleisch aus dem Labor halte ich persönlich nichts, weil in der Herstellung zu aufwändig und zu teuer. Liebe Grüße, Jutta

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    • Danke für deinen Beitrag. Da Katzen im Normalfall Mäuse und Vögel jagen und sich derzeit nicht abzeichnet, dass sie das weniger oder gar nicht mehr tun (warum auch?), wird wohl ihr Darm auch keinen Anreiz haben, sich an eine pflanzliche Kost anzupassen. Das wiederum wäre dann allerdings auch sicher keine Umstellung, die nur Jahrzehnte braucht..

      Veganes Futter für Katzen gibt es ja bereits und ist meines Wissens an die bisher bekannten Nährstoffbedürfnisse von Katzen angepasst, ob es dann wirklich auch eine Katze gesund hält, kann ich nicht beurteilen. Da meine Katze sich jedoch nicht ausschließlich davon ernähren möchte, stellt sich mir auch nicht diese Frage.

      Wie teuer in einer komplett veganen Welt dann tatsächlich massenweise produziertes Laborfleisch wäre, für wen auch immer, das kann ich nicht mal ansatzweise einschätzen. Wüsste jetzt aber keinen Grund, warum es außerordentlich teuer sein sollte, wenn es ein neuer Wirtschaftszweig wäre, der die heutige Viehwirtschaft mit ersetzt.

      Das alles wird sicher spannend zu beobachten sein 🙂 LG Janine

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  4. Sehr gut geschrieben :).

    Mir ist diese Frage auch mehr als geläufig und ich halte es ehrlich gesagt für Tierquälerei ein carnivores Tier vegan zu ernähren. Das sehe ich nicht nur bei Katzen so, sondern auch bei Hunden.
    Wir Menschen können uns selbst entscheiden, wie wir uns ernähren wollen. Ein Tier obliegt unserer Obhut. Insofern sollte man auch im Interesse des Tieres handeln und nicht der eigenen Vorstellung nach.
    Ich sehe das eher so, wenn man einen Hund oder eine Katze vegan ernähren möchte, sollte man kein solches Tier haben. Punkt. Dann soll man sich lieber ein herbivores Haustier zulegen, das von Natur aus Veganer ist, statt „Experimente“ durchzuführen. Denn als nichts anderes sehe ich das.

    Ich habe seit knapp 10 Jahren auch eine Katzendame. Und sie erhält, wie früher auch, ihr Fleisch. Wir haben sie damals auch aus dem Tierheim zu uns geholt und sie ist bis heute putzmunter.

    Wenn Mischköstler durch Andeutungen wie man sei weil man seinem carnivoren Tier, das schon existiert hat bevor man selbst Veganer wurde, Fleisch zu esen gibt wie früher auch, etwas beweisen möchten, dann halte ich die ganze Diskussion für sinnlos. Ähnlich wie die Erwähnung von Kleintiertoden beim Umpflügen von Acker. Oder weiterem.
    Weil es aus meiner SIcht einfach dumm ist.
    Einem Tier ist nicht geholfen es atypisch zu ernähren, geschweige denn es aus eigener Prinzipientreue ins Tierheim oder wegzugeben. Genauso wenig wie einem Tier geholfen ist, statt ihm ein schönes Zuhause zu bieten, es im Tierheim bis ans Ende seines Lebens verweilen zu lassen. Nur damit man nicht als „inkonsequent“ dasteht?

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    • Danke für deinen ausführlichen Beitrag – ja, mit sogenannter Prinzipientreue ist hier keinem geholfen, vor allem keinem Tier. Ich kenne mich mit Hunden nicht so gut aus und kann von daher nicht beurteilen, ob sie auch gesund und happy mit veganem Futter sein können, es soll ja bei manchen besser funktionieren als bei Katzen. Doch ob Hund oder Katze, ich würde niemals meine Ernährungsvorstellungen einem Tier diktieren, wenn es offenbar eine andere Ernährung braucht (und auch will) als ich und denke, es ist einfach immer wichtig, sehr aufmerksam zu sein, um herauszufinden, was für das Tier am besten ist – eben weil es, wie du ja auch schreibst, sich meist nicht selber entscheiden kann.

      Ja, und was daran vegan sein soll, wenn ich ein Tier lieber im Tierheim lasse, anstatt ihm ein liebevolles Zuhause zu geben, nur weil es selber kein Veganer ist, ist mir auch schleierhaft.

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  5. Ein wirklich großartiger Beitrag! Ich danke dir von Herzen dafür. Deine Ansicht teile ich und finde es toll, wie du sie verständlich in Worte gefasst hast!
    Immer wieder muss ich mich vor Mischköstlern rechtfertigen und werde u.a. auch bombardiert mit „diese bösen penetranten Veganer“ (obwohl ich nicht so bin) oder dem „auf dem Feld und der Windschutzscheibe sterben Tiere, auch wegen dir!“. Diese „alles oder gar nichts Gedanke“ ist sehr weit verbreitet und ich finde es schade, dass viele so denken.
    Aber was solls? Ich tue, was ich kann, um meinen kleinen Teil beizutragen. Leider habe ich selbst keine Katze, habe mich aber schon oft gefragt, wie ich da handeln würde. Könnte ich ihr wirklich Fleisch füttern? Ich finde es großartig, dass du diese Frage hier so offen und ausführlich erklärst! Toll!
    Liebe Grüße,
    Julia

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  6. Vielen Dank für den aufrichtigen und humorvollen Artikel. Auch ich habe zwei Katzen, Misou und Lilly. Beide hatte ich aus dem Tierheim geholt, wobei Misou 13 Jahre alt ist und Lilly 17. Meine beiden Katzenmädchen, wie sie oft nenne, sind, was das Nassfutter betrifft, überhaupt nicht mäklich. Da ich beide mit Royal Canin Indoor 27 füttere, in dem nach Aussagen des Pflegers im Tierheim mehr Fleisch als Getreide ist, waren die Mäusezähne noch nicht einmal krank. Weder hatten sie Dünnpfiff noch einen Schnuppi. Nun ernähre ich mich bis jetzt weder vegan noch ausschließlich vegetarisch, sondern ich esse sehr selten Fleisch. Meine Meinung zu diesem Thema ist, dass Katzen Fleischfresser sind und deshalb füttere ich sie mit Fleisch. Das einzige, worauf ich stets achte, ist, dass ich keine Tierkinder füttere, also weder Lamm noch Kalb. Das gesamte Thema zur grausamen Massentierhaltung bewegt mich immer wieder. Und noch habe ich für mich keine Antwort gefunden, wie ich mich ernähren möchte. Hätte ich das Geld, würde ich das Fleisch von einem ortsansässigen Bauern beziehen, der sein Vieh artgerecht, was meint mit Respekt vor der Kreatur hält. Doch ich kann mir das im Moment noch nicht leisten. Also esse ich nur sehr, sehr selten Fleisch – aber eben kein Lamm und kein Kalb. Zu diesem Thema empfehle ich allen Interessierten den Film „Emmas Glück“ mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle, in dem seine Freundin Emma nur so viele Schweine artgerecht hält, wie sie zum Leben braucht. Anstatt das Schwein zu schlachten, geht Emma mit ihm unter einen Baum und schneidet die Halsschlagader auf, damit das Schwein langsam in ihren Armen, ohne Schmerzen einschläft. Dieser Film ist eine traurige, aber wunderbare Liebesgeschichte, denn Jürgen Vogel, der im Film an Krebs erkrankt, stirbt letzten Endes ebenso sanft in Emmas Armen. Jetzt fange ich gleich an zu weinen. Was ist der Mensch nur für ein grausames Wesen. Manchmal zähle ich die Sekunden und weiß, dass in jeder Sekunde, die vergeht, abermillionen Tiere in den Schlachthöfen unter widrigsten Bedinungen ermordet werden. Die Tränen laufen mir über die Wangen. Doch was kann ich tun mit so wenig Schotter! Wenigstens kann ich meinen beiden Katzendamen ein würdiges Leben schenken. Pupsi, die Jüngere von beiden, frisst u.a. Weintrauben, Paprika und Sushi. Märchenbärchen hingegen liebt ihre Katzenkekse, wie ich das Trockenfutter von Royal Canin bezeichne. Die Beiden haben mir schon einige Male das Leben gerettet. Andersherum würde ich für Misou und Lilly in den Krieg ziehen.

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    • Danke für deinen ausführlichen Kommentar, es freut mich, dass dir mein Beitrag gefällt 🙂 ja, Katzen sind was Tolles, ich würde für meine auch durch Pech und Schwefel gehen. Letzten Endes hat meine Liebe zu Katzen mit dazu beigetragen, dass ich kein Fleisch mehr esse: ich erfuhr damals, dass Schweine intelligenter sind als Hunde und Katzen und stellte mir meine geliebten Katzen zitternd vor Angst in einem Schlachthof vor. Später erfuhr ich dann, dass das meiste Kalbfleisch von Kälbern stammt, die nur geboren worden sind, damit Kühe Milch geben und somit nach ihrer Geburt nicht mehr gebraucht werden – und wurde vegan. In der Übergangszeit habe ich tierische Produkte ebenso wie du reduziert und auf artgerechte Haltung geachtet. Im Schlachthof jedoch gibt es natürlich keine Trennung zwischen Tieren aus Massentierhaltung und denen von Bio-Bauernhöfen.

      Auf jeden Fall ist es schön, dass du kaum Fleisch isst und dir so viele Gedanken machst. Da du offenbar (wie so viele) nur über ein geringes Einkommen verfügst, findest du vielleicht die ein oder andere Anregung für fleischfreie Tage in meinem Beitrag zum gesunden Essen mit wenig Geld:

      https://fitandfoodworld.com/2015/12/04/vegan-mit-hartzvier/

      Ich wünsche dir und deinen Katzen alles Gute!

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    • Dir vielen Dank für Deine Zeilen und den Link. Ich werde ab jetzt mehr auf meine Ernährung achten. Mal schauen! Vielleicht werde ich auch vegan, oder aber zumindest vegetarisch!

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